Zwei Betriebe. Gleicher Netzbetreiber. Komplett unterschiedliche Lastprofile.
Oben: eine Bäckerei. Produktion läuft nachts, tagsüber fällt der Verbrauch auf ein Minimum. Am Wochenende reduzierte Backproduktion – aber die Kühlaggregate laufen durch. Sichtbar als konstante Grundlast samstags und sonntags.
Unten: ein Industriebetrieb. Tagschicht, Montag bis Freitag. Am Wochenende läuft kaum noch etwas – die Produktion ruht, die Grundlast ist auf ein Minimum reduziert.
Beide zahlen Netzentgelte – aber nicht dasselbe.
Wer über 2.500 Vollbenutzungsstunden im Jahr kommt, profitiert von reduzierten bzw. angepassten Netzentgelten. Wer darunter bleibt, zahlt einen höheren Arbeitspreis pro kWh – dafür aber einen niedrigeren Leistungspreis. Die Bäckerei mit Nachtbetrieb und durchgehender Kühlung kommt auf deutlich mehr Betriebsstunden als ein klassischer Einschichtbetrieb – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Abrechnungsstruktur und komplett unterschiedlichen Handlungsempfehlungen. Das steht in den Netzentgelttabellen der Netzbetreiber. Aber die wenigsten Betriebe haben das systematisch mit den eigenen Lastgangdaten abgeglichen.