Der Leistungspreis ist ein Bestandteil der Netzentgelte, den Industriebetriebe mit registrierender Leistungsmessung (RLM) zahlen. Er richtet sich nicht nach dem gesamten Stromverbrauch, sondern nach der höchsten gemessenen Leistungsspitze innerhalb eines Abrechnungsjahres – gemessen in Kilowatt (kW).
Wie wird der Leistungspreis berechnet?
Der Netzbetreiber erfasst alle 15 Minuten die durchschnittliche Leistungsaufnahme des Betriebs mit einem RLM-Zähler. Die höchste dieser Messungen im Jahr – die sogenannte Jahreshöchstlast – wird mit dem Leistungspreis des Netzbetreibers (€/kW/Jahr) multipliziert.
Beispiel: Jahreshöchstlast 380 kW × Leistungspreis 135 €/kW/Jahr = 51.300 € Netzentgelt-Leistungsanteil pro Jahr.
Ein einzelner Produktionspeak – etwa beim gleichzeitigen Anlaufen mehrerer Maschinen – kann damit den Netzentgelt-Leistungsanteil für das gesamte Jahr definieren.
Ab wann ist der Leistungspreis relevant?
Sobald ein Betrieb einen RLM-Zähler hat – also bei einem Jahresstromverbrauch über 100.000 kWh – wird der Leistungspreis abrechnungsrelevant. Auf der Stromrechnung erscheint er als separater Posten unter „Netzentgelte“ oder „Leistungsanteil“.
Was hat das mit Benutzungsstunden zu tun?
Netzbetreiber unterscheiden zwei Tarifzonen: Betriebe mit weniger als 2.500 Benutzungsstunden pro Jahr zahlen einen höheren Arbeitspreis (ct/kWh), aber einen niedrigeren Leistungspreis. Betriebe über dieser Schwelle zahlen weniger pro kWh, dafür mehr pro kW Jahreshöchstlast. Die 2.500-Stunden-Schwelle ist deshalb ein zentraler Qualifizierungsparameter bei der Lastganganalyse.
Wie lässt sich der Leistungspreis senken?
Das Einsparpotenzial liegt nicht in Energieeffizienz im klassischen Sinne, sondern in der zeitlichen Entzerrung von Lastspitzen. Konkrete Ansätze:
- Anlaufzeiten von Motoren und Kompressoren zeitlich versetzen
- Schalthandlungen in der Übergangszeit (Schichtwechsel, Anfahren) koordinieren
- Wochenend-Grundlast analysieren und Standby-Verbraucher identifizieren
- Lastmanagementsysteme oder einfache Ampelsysteme für Mitarbeiter einsetzen
Viele dieser Maßnahmen erfordern keine Investition – sie setzen Kenntnis der eigenen Lastgangdaten voraus.
Wie finde ich heraus, ob mein Betrieb Potenzial hat?
Der erste Schritt ist eine Analyse der 15-Minuten-RLM-Daten. Wann entstehen die Peaks? Wie oft? Durch welche Prozesse? Erst auf Basis dieser Daten lassen sich belastbare Einsparpotenziale in Euro beziffern.