Die 5 häufigsten Lastspitzen-Ursachen in Industriebetrieben – und wie man sie erkennt

Wer seinen Leistungspreis senken will, muss zuerst verstehen, wann und warum seine Lastspitzen entstehen. In der Praxis sind es fast immer dieselben Muster – unabhängig von Branche oder Betriebsgröße. Diese fünf Ursachen begegnen uns bei der Analyse von RLM-Lastgangdaten am häufigsten.

1. Schichtstart-Peaks

Der Klassiker. Um 6:00 Uhr beginnt die Frühschicht – und innerhalb weniger Minuten laufen Maschinen, Kompressoren, Beleuchtung und Heizung gleichzeitig an. Der resultierende Peak ist oft der höchste Wert im gesamten Jahr und damit allein verantwortlich für den Jahresleistungspreis.

Das Tückische: Er tritt täglich auf, fällt aber in der Stromrechnung nicht auf – weil nur der absolute Jahreshöchstwert zählt, nicht der Durchschnitt.

Lösung: Gestaffelte Einschaltreihenfolge mit 2–5 Minuten Versatz zwischen Anlagengruppen. Kein Hardware-Investment, nur eine Betriebsanweisung.

2. Druckluft-Gleichzeitigkeit

Druckluftkompressoren sind einer der größten Einzelverbraucher in Industriebetrieben. Kritisch wird es, wenn mehrere Kompressoren gleichzeitig anlaufen – etwa weil der Systemdruck nach einer Pause gemeinsam aufgebaut wird.

Moderne Kompressorensteuerungen haben Kaskadierung bereits eingebaut – aber sie ist oft nicht aktiviert oder falsch parametriert. Ein Blick in die Steuerung kostet nichts.

3. Produktionspausen und Wiederanlauf

Mittagspause, Schichtwechsel, kurze Unterbrechungen: Wenn nach einer Pause die Produktion wieder anläuft, entsteht häufig ein synchroner Anlaufpeak – weil alle Maschinen gleichzeitig wieder eingeschaltet werden.

In der Lastganganalyse sind diese Peaks gut erkennbar: Sie treten regelmäßig zur selben Uhrzeit auf und haben ein charakteristisches Muster im Tagesverlauf.

4. Heizung trifft Produktion im Winter

Im Sommer liegt der Jahreshöchstwert oft in der Produktion. Im Winter kommt die Heizlast dazu – und überlagert sich ungünstig mit dem Produktionsbetrieb. Besonders kritisch: Frosttage nach Wochenenden, wenn das Gebäude auskühlt und die Heizung beim Wiederanlauf Montag früh auf Hochtouren läuft – genau dann, wenn auch die Produktion startet.

Ein Betrieb mit 400 kW Produktionslast und 150 kW Heizlast hat im Sommer einen Peak von 400 kW – im Winter plötzlich 550 kW. Der Unterschied kostet bei 80 €/kW/Jahr rund 12.000 € mehr.

5. Einzelne Großverbraucher mit hohem Anlaufstrom

Öfen, Pressen, große Pumpen oder Schweißanlagen haben beim Einschalten einen deutlich höheren Strombedarf als im Normalbetrieb – den sogenannten Anlaufstrom. Dieser kann das 3–7-fache des Nennstroms betragen und reicht bei ungünstigem Timing, um einen neuen Jahreshöchstwert zu setzen.

Besonders heimtückisch: Dieser Peak entsteht vielleicht nur einmal im Jahr – zufällig an einem Tag, an dem gleichzeitig andere Verbraucher aktiv sind. In der Stromrechnung ist er trotzdem für 12 Monate relevant.

Was tun mit diesem Wissen?

Diese fünf Ursachen erklären in den meisten Betrieben 80 % der vermeidbaren Lastspitzen. Aber um zu wissen, welche davon bei Ihnen relevant sind und was sie konkret kosten, brauchen Sie Ihre eigenen Lastgangdaten – ausgewertet mit dem richtigen Werkzeug.

Genau das liefert eine RLM-Lastganganalyse von PeakGuard: keine Vermutungen, sondern Fakten mit €-Beträgen je Einsparszenario.

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