RLM steht für Registrierende Leistungsmessung. Gemeint ist ein Zählersystem, das den Stromverbrauch eines Betriebs nicht nur summiert, sondern in 15-Minuten-Intervallen als Leistungswert (kW) erfasst und speichert. Das Ergebnis ist ein lückenloser Zeitverlauf des Stromverbrauchs – der sogenannte Lastgang.
Ab wann ist RLM Pflicht?
Seit der Novelle der Messzugangsverordnung (MessZV) gilt: Betriebe mit einem Jahresstromverbrauch über 100.000 kWh sind verpflichtet, einen RLM-Zähler zu betreiben. In der Praxis haben viele Produktionsbetriebe diese Schwelle deutlich überschritten – und damit einen RLM-Zähler, ohne dessen Daten aktiv zu nutzen.
Hinweis: Ob Sie einen RLM-Zähler haben, sehen Sie auf Ihrer Stromrechnung. Erscheint dort ein separater Posten für den Leistungspreis (€/kW/Jahr), haben Sie RLM.
Was erfasst der RLM-Zähler genau?
Der Zähler misst alle 15 Minuten die mittlere Wirkleistungsaufnahme des Betriebs in Kilowatt. Ein Jahr ergibt damit 35.040 Messwerte. Diese Daten werden vom Messstellenbetreiber gespeichert und sind auf Anfrage als CSV- oder Excel-Datei abrufbar – entweder über das Kundenportal des Netzbetreibers oder per direkter Anfrage.
Wozu werden die Daten verwendet?
RLM-Daten haben zwei Funktionen:
- Abrechnung: Der Netzbetreiber nutzt die Daten zur Ermittlung des Leistungspreises. Die höchste gemessene Leistungsspitze im Jahr bestimmt den Leistungsanteil der Netzentgelte.
- Analyse: Wer seine RLM-Daten auswertet, kann Verbrauchsmuster, Lastspitzen und Einsparpotenziale sichtbar machen – auf einer Detailtiefe, die mit Monatszählerwerten nicht erreichbar ist.
Was sagt der Lastgang über den Betrieb aus?
Ein ausgewerteter Lastgang zeigt:
- Wann die größten Lastspitzen entstehen – und durch welche Prozesse
- Wie hoch die Grundlast außerhalb der Produktionszeiten ist
- Ob Wochenend- oder Nachtverbrauch auffällig hoch ist
- Ob Schicht- oder Anfahrprozesse zu vermeidbaren Peaks führen
Wie komme ich an meine RLM-Daten?
Der einfachste Weg: Anfrage beim zuständigen Netzbetreiber oder Messstellenbetreiber. Viele Netzbetreiber stellen die Daten über ein Online-Portal bereit. Alternativ reicht eine formlose E-Mail mit Zählernummer und gewünschtem Zeitraum. Die Daten werden in der Regel als CSV-Datei geliefert.
Falls Sie unsicher sind, wie Sie die Anfrage stellen: Wir begleiten diesen Schritt im Rahmen unserer Analyse und zeigen Ihnen genau, was Sie anfordern müssen.